Jigoku Tayû
Im Rahmen meiner Projektarbeit für den Kurs «Farbenlehre und Zeichnen» an der TAMK beschloss ich, mich im Linolschnitt zu versuchen. Als Sujet diente die Geschichte der Jigoku Tayû (Die Höllenkurtisane) und mein Hauptanliegen war, den Stil japanischer Holzschnitte und westlicher Drucktechniken zu kombinieren. Ausserdem wollte ich die Drucke so gestalten, dass sie sowohl als Ganzes als auch als Einzelstücke funktionieren. Sie entstanden mit der reduktiven Technik, bei der für die verschiedenen Farbeschichten nach und nach immer mehr der Linoplatte weggeschnitten wird und es kein Zurück mehr gibt.
Als Jigoku Tayû, eine hochrangige Kurtisane in Edo, den exzentrischen Mönch Ikkyû trifft, will sie seine Ehrlichkeit auf die Probe stellen und schickt Tänzer und Musiker in sein Zimmer, die ihn unterhalten sollen. Als sie aber in das Zimmer hineinspäht, sieht sie, dass sich die Festgemeinschaft in Skelette verwandelt hat. Jigoku Tayû erkennt, dass alle Menschen gleich sind, wenn man ihnen ihre prächtigen Kleider und ihren Reichtum nimmt. Daraufhin erlangt sie die Erleuchtung. Bald darauf erkrankt sie schwer und äussert ihren letzten Wunsch, während sie auf der Koto spielt: sie möchte weder eingeäschert noch begraben werden, sondern lieber von hungrigen streunenden Hunden gefressen werden. Damit schliesst sich der Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt.
30x19cm, eine Auflage von je 4 Drucken pro Illustration
Reduktiven Linolschnitt auf japanischem Washi-Papier













